Fußballrechte geteilt: was zwei Abos im Jahr kosten
· 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 31. August 2026
Ein Verein spielt 34 Mal in der Saison, und kein einziges Abo deckt alle diese Spiele ab. Die Rechnung dazu machen die meisten erst nach dem Vertragsabschluss.
Ihr Verein spielt 34 Mal in der Liga. Wer davon nichts verpassen möchte, braucht in Deutschland zwei laufende Abonnements, und das ist keine Verkaufsmasche irgendeines Anbieters, sondern eine direkte Folge davon, wie die Liga ihre Live-Rechte versteigert. Die Pakete sind nach Anstoßzeiten geschnitten, nicht nach Vereinen. Genau deshalb landet jede Mannschaft zwangsläufig bei beiden Rechteinhabern, egal wie sie in der Tabelle steht.
Wie die Spieltage verteilt sind
Der Pay-TV-Anbieter hat sich im laufenden Zyklus den Samstag gesichert, also die Konferenz um 15:30 Uhr und das Einzelspiel am frühen Abend. Der Sport-Streamingdienst zeigt die Partie am Freitagabend und die Spiele am Sonntag. Für einen einzelnen Verein heißt das: Der grobe Anteil liegt bei zwei Dritteln zu einem Drittel, aber welche Partie in welches Zeitfenster rutscht, entscheidet die Liga erst mit der Spielplanansetzung wenige Wochen vorher. Planbar ist daran nichts. Und weil die Zuschnitte mit jedem Rechtezyklus neu verhandelt werden, lohnt vor jedem Vertragsabschluss ein Blick auf den aktuellen Spielplan statt auf einen zwei Jahre alten Ratgeberartikel.
Wettbewerb und Anstoßzeit
Anbieter
Frei empfangbar
Erste Liga, Freitag 20:30 Uhr
Sport-Streamingdienst
Nein
Erste Liga, Samstag 15:30 Uhr (Konferenz und Einzelspiele)
Pay-TV-Anbieter
Nein
Erste Liga, Samstag 18:30 Uhr
Pay-TV-Anbieter
Nein
Erste Liga, Sonntag
Sport-Streamingdienst
Nein
Zusammenfassungen ab 18:30 Uhr
Öffentlich-rechtliches Free-TV
Ja
Nationaler Pokal
Pay-TV, einzelne Partien im Free-TV
Teilweise
Die Rechnung für einen einzigen Verein
Der Pay-TV-Anbieter verkauft Sport inzwischen sowohl als reines Streamingpaket als auch über das klassische Kabel- oder Satellitenpaket, der Streamingdienst nur als App. Beide liegen in derselben Preisregion, und beide arbeiten mit Aktionspreisen, die im zweiten Jahr auslaufen. Wer beide Sportabos parallel hält, zahlt im Jahr grob zwischen 600 € und 1.080 €, je nachdem, wie gut er verhandelt hat und wann er abgeschlossen hat. Der Streamingdienst hat seit 2022 mehrfach die Preise angehoben, jeweils verbunden mit einem Sonderkündigungsrecht, das viele Kunden schlicht verstreichen ließen.
Abo
Pro Monat
Zwölf Monate
Pay-TV-Paket mit Sport
etwa 25 bis 45 €
300 bis 540 €
Sport-Streamingdienst
etwa 25 bis 45 €
300 bis 540 €
IPTV-Paket eines Netzbetreibers, begrenzter Sportanteil
etwa 10 bis 25 €
120 bis 300 €
Beide Sportabos zusammen
etwa 50 bis 90 €
600 bis 1.080 €
Nicht der Preis eines einzelnen Abos ist der Kern des Problems, sondern dass der Spielplan darüber entscheidet, wie viele Abos man braucht.
Der Europapokal liegt noch einmal woanders
Wer international mitschauen will, stellt fest, dass die Aufteilung damit nicht endet. Der wichtigste europäische Klubwettbewerb ist auf einen Streamingdienst und einen großen Versandhändler-Videodienst verteilt, die Nationalmannschaft läuft je nach Turnier bei den öffentlich-rechtlichen oder einem privaten Free-TV-Sender, und die ausländischen Ligen sitzen wieder in anderen Verträgen. Für einen Fan, der Liga, Pokal und Europapokal seines Vereins sehen will, summiert sich das auf drei bis vier Abrechnungen im Monat.
Erster europäischer Klubwettbewerb: der Großteil der Partien bei einem Sport-Streamingdienst, ein Topspiel pro Spieltag bei einem großen Videodienst.
Nationaler Pokal: das Pay-TV zeigt alle Partien, die Free-TV-Sender picken pro Runde einzelne Spiele heraus.
Zweiter und dritter europäischer Wettbewerb: eigener Vertrag, eigene Abrechnung, verteilt auf Free-TV und Streaming.
Ausländische Topligen: noch einmal getrennt vermarktet, meist bei einem der beiden Sportanbieter.
Wo ein IPTV-Abo in diese Rechnung passt
Unser Jahrespaket kostet 63 €, also 5,25 € im Monat, und liegt damit ungefähr bei dem, was ein einzelnes Sportabo in zwei Monaten kostet. Die vollständige Staffelung von einem Monat für 13 € bis zwölf Monaten steht auf der Preisseite; für den Zweitfernseher wählen Sie dort die Stufe mit zwei Bildschirmen. Zum Bestand: Am 1. August 2026 haben wir 61.000 Livesender und 180.000 Abrufinhalte gezählt, darunter die deutschen Sportkanäle und die internationalen Feeds derselben Partien. Gerade der zweite Punkt ist für Fans der interessantere. Ein Spiel, das hierzulande in einem Bezahlpaket steckt, läuft im Ausland oft frei im öffentlich-rechtlichen Programm, mit anderem Kommentar und derselben Kameraregie. Welche Wettbewerbe geführt werden, listet die Sportübersicht. Prüfen sollten Sie das trotzdem selbst, und zwar zur ungünstigsten Zeit: Freitagabend um 20:30 Uhr, auf dem Fernseher im Wohnzimmer, nicht mittwochmittags auf dem Laptop. Der kostenlose 24-Stunden-Test reicht dafür aus, die Rückgabefrist von sieben Tagen deckt zusätzlich einen kompletten Spieltag ab.
Passende Fragen
Brauche ich wirklich zwei Sportabos, um alle Spiele meines Vereins zu sehen?
Für die komplette Saison einer Mannschaft ja, weil die Rechte nach Anstoßzeiten und nicht nach Vereinen verkauft werden. Jeder Verein spielt im Lauf einer Saison sowohl in den Pay-TV-Fenstern am Samstag als auch in den Streamingfenstern am Freitag und Sonntag.
Läuft die erste Liga irgendwo im frei empfangbaren Fernsehen?
Live praktisch nicht. Frei empfangbar sind die Zusammenfassungen ab 18:30 Uhr im öffentlich-rechtlichen Programm sowie einzelne Pokalpartien. Die Live-Rechte an der Liga liegen komplett im Bezahlfernsehen.
Warum ändert sich jede Saison, wie viele Spiele bei welchem Anbieter laufen?
Weil die Liga die Ansetzungen erst wenige Wochen im Voraus festlegt und dabei Fernsehinteressen, Europapokaltermine und Sicherheitsauflagen berücksichtigt. Ein Verein kann in einer Saison zwölf Freitagsspiele haben und in der nächsten drei.